Fake News

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Fake News sind vor allem ein heißes Eisen für die Politik. Vorgetäuschte Nachrichten verbreiten sich vor allem über soziale Medien wie Facebook und sind in rechtsradikalen Kreisen ein Mittel, um Stimmung zu erzeugen. Da wird über Gewalttaten von Flüchtlingen berichtet, die nie geschehen sind, über Vergewaltigungen und Betrügereien. In einem Sicherheitspapier von 2017 unterscheidet Facebook vier Formen von Fake News:

  1. Information (or Influence) Operations: Aktionen von Regierungen oder nicht-staatlichen Akteuren, um politische Stimmungen im In- und Ausland zu steuern
  2. False News: Nachrichten, die Fehlinformationen verbreiten und vortäuschen, echt zu sein, um Gefühle hervorzurufen und Aufmerksamkeit zu erzeugen.
  3. False Amplifiers: Die koordinierte Aktivität von gefälschter Identitäten im Internet, um politische Diskussionen in eine bestimmte Richtung zu lenken.
  4. Desinformation: Falsche Informationen, die gezielt verbreitet werden oder die Verstärkung von irreführenden Informationen.

Facebook erlangte während des Präsidentenwahlkampfs 2015/2016 in den USA eine traurige Berühmtheit, weil die Plattform von russischen Akteuren genutzt wurde, um den Wahlkampf gezielt zu manipulieren. Social Bots, also Programme, die automatisiert, Nachrichten unter bestimmten Hashtags in sozialen Medien verbreiten spielen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Fake News. So sollen während des US-Präsidentschaftswahlkampfs rund ein Fünftel aller Tweets auf Twitter von Bots erstellt worden sein. Sie spielten außerdem vor der Brexit-Abstimmung 2016 in Großbritannien eine große Rolle.

Fake News verbreiten sich vor allem in den sozialen Medien, da sie dort immer wieder geteilt werden. Nach einer Studie der Universität Oxford werden Falschmeldungen auf Facebook viermal häufiger geteilt als echte Nachrichten. In Deutschland werden Fake News sogar sechsmal häufiger geteilt. Auch auf Twitter verbreiten sich nach einer Studie, die 2018 in der Zeitschrift Science veröffentlicht worden ist, Falschmeldung weit häufiger als echte Nachrichten und Fake News haben eine deutlich größere Reichweite.

Einer der bekanntesten Fälle von Fake News ist in Deutschland der Fall Lisa. Die zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alte Lisa F. verschwand am 11. Januar 2016, als sie zur Schule unterwegs war. Ihre deutsch-russischen Eltern gaben eine Vermisstenanzeige auf. Am nächsten Tag kam das Mädchen jedoch wieder zu ihrer Familie zurück und behauptete, von drei Unbekannten, Südländern, entführt und vergewaltigt worden zu sein. Bei Vernehmungen behauptete sie später, freiwillig mit den Männern mitgekommen zu sein. Sie änderte viermal ihre Aussage. Die Polizei fand mit Hilfe von Mobilfunkdaten heraus, dass Lisa bei ihrem Freund war. Spuren einer Vergewaltigung fanden sich nicht.

Russische Staatsmedien berichteten, dass Flüchtlinge das Mädchen verschleppt hätten. Die deutschen Polizeibehörden würden das jedoch bestreiten. Die Falschmeldungen führten sogar zu Demonstrationen rechter Organisationen.

Der Messenger WhatsApp will gegen Fake-News vorgehen, indem Nachrichten, die fünfmal weitergeleitet worden sind in Zukunft gekennzeichnet werden. Statt einem Pfeil werden dann zwei Pfeile angezeigt. In einer Betaversion können Nutzer nachsehen, wie oft eine Nachricht bereits weitergeleitet worden ist. In Indien ist der Messenger immer wieder missbraucht worden, um Personen wegen Entführung von Kindern zu beschuldigen. Daraufhin bildeten sich Mobs, die innerhalb von 18 Monaten 100 Verletzte und 33 Tote forderten.

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